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Erste Beobachtungen und Erlebnisse

Man kann nicht sagen, dass London laut ist, oder dass es leise ist. Weder kann man sagen, dass London stinkt, noch dass es grau ist. London ist jedoch auch nicht grün, und genauso wenig riecht es wie ein frischer Frühlingsmorgen. London ist weder hässlich, noch schön. London ist voller Gegensätze und nicht verallgemeinerbar. Ich bin mittlerweile davon überzeugt: Was auch immer man suchen mag, man wird es in London finden.

Ich habe keinen Hehl aus meinem fehlenden Enthusiasmus gemacht als fest stand, dass ich nach London gehen würde. In meiner Vorstellung war die Stadt viel zu groß, viel zu städtisch, voller Menschen und Verkehr – schlichtweg unangenehm. Bis auf Dänemark war ich immerhin noch eine Großstadtjungfer, und Aarhus kann man nun wirklich nicht gemeinsam mit den typischen Großstädten auflisten. Meine bisherigen persönlichen Eindrücke von Berlin haben mich eher abgeschreckt und genauso war es auch, als ich letztes Jahr für einen Tag in London war.

Nun könnte man natürlich argumentieren, dass ein Tag nicht genügt um sich eine gerechtfertigte Vorstellung von etwas zu machen. Andererseits hat sich mein Eindruck der Stadt bereits am Montag um 180 Grad gedreht. Die beiden letzten Tage haben diese Beobachtungen nur verstärkt und wenn es so weitergeht, könnte ich noch zur wahren Londonverfechterin werden – nur nach Berlin gehe ich freien Willens nicht mehr!

Die einzigen unanfechtbaren Attribute für London sind „groß“ und „vielfältig“. Allerdings ist die Größe entgegen meiner ursprünglichen Erwartung nicht etwa abschreckend, sondern Teil ihres Charmes. Theoretisch könnte man in irgendeine Richtung loslaufen und immer wieder etwas neues entdecken, ohne allzu schnell den Stadtrand zu erreichen.

Das erschwert zwar unter Umständen das Bewegen von einem Ort zum Anderen, aber es gibt ja die Over- und Underground. Aus finanziellen Gründen habe ich diese außer an meinem ersten Tag mit Gepäck allerdings nicht mehr genutzt und es geht tatsächlich auch ohne. Eine Stunde zur Arbeit und eine Stunde wieder zurück – man erlebt viel und sieht noch mehr. Definitiv interessanter als 15 Minuten unter der Erde, zusammengequetscht mit anderen Pendlern. 

Mein Sinneswandel begann – wie bereits erwähnt – Montagvormittag, als mich der urmenschliche Trieb zur Vorratssammlung trotz stärker werdender Erschöpfung erneut aus dem Haus trieb. Der väterlich vererbte Sinn fürs Sparen trieb mich außerdem nicht etwa zum 5 Minuten entfernten Tesco, sondern 2 Kilometer weit zum preiswerten Lidl, was der Beginn meiner Hirnwäsche werden sollte…

Ich wohne ungefähr 8 Kilometer (nicht Luftlinie!) vom Buckingham Palace und damit vom extremen Touristenaufkommen entfernt. Dennoch war ich sehr überrascht, als ich auf mich auf den Weg machte. Die wenigen Menschen und Autos, denen ich begegnete; die weitgehend schönen historischen Häuser, die Stille (in meinem Zimmer höre ich selbst bei offenem Fenster höchstens ab und an mal eine Hupe), die fehlenden Abgase – all das stimmte absolut nicht mit meinen verqueren Vorurteilen überein, die ich in den letzten Jahren, entgegen jeglicher Erfahrungsberichte von Freunden oder Bekannten, gehegt und gepflegt hatte. Am meisten überraschte mich aber das viele Grün. Ich kam an 5 Parks vorbei – einer davon sogar fast 3 Hektar Naturreservat mit einer enormen Vielfalt an Insekten, Pflanzen, Vögeln und Säugetieren, denen unterschiedliche Lebensräume (Teich, Wald, Wiese, etc.) kreiert wurden. Bei meiner schnellen Durchquerung sah ich Unmengen Vögel, zwei Eichhörnchen und sogar einen Fuchs, der überhaupt nicht scheu meinen Weg kreuzte. Definitiv nicht mein letzter Besuch.


(Suchbild )

Im Lidl stellte ich wenig überrascht fest, dass ich meine Nahrung erneut umstellen muss. Weit und breit kein sättigendes „dänisches“ Roggenbrot. Stattdessen nur gesüßtes Knautschbrot, das, bis ich wieder zuhause war, auf die Hälfte seines Volumens komprimiert war. Vorbei die Zeiten, in denen ich mein Brot unbesorgt ganz unten in der Tasche verstauen kann – eine Bäckerei habe ich noch nicht gefunden. Ebenso wenig Quark. Dafür allerdings eine überwältigende Auswahl an Pasteten und anderen (mehr oder minder suspekten) Nahrungsmitteln, wie beispielsweise „Scottish Eggs“. Ich werde noch so einiges davon testen. Die crumpets habe ich mittlerweile schon probiert und bin noch nicht so ganz sicher unter welche mir bekannte Kategorie ich sie einsortieren sollte – Nicht nur Form und Konsistenz sind definitiv interessant.

Dienstag war mein erster und letzter richtiger freier Tag. Nachdem ich erschreckt festgestellt, dass wir offensichtlich einmal die Woche von einer Putzfrau beehrt werden (niemand von uns beiden wusste von der Anderen und dementsprechend hatten wir auch niemanden sonst in der Küche erwartet), beschloss ich den Tag zur Entdeckung meiner neuen Heimatstadt zu nutzen, und dabei auch gleich mal den Weg zur Arbeit abzugehen um Mittwoch unerwarteten Überraschungen, die zu einer unprofessionellen Verspätung führen könnten,  zuvorzukommen. Was bin ich nicht schlau: Ich verlief mich tatsächlich bereits nach den ersten 10 Minuten (allerdings nur wegen einer äußerst unübersichtlichen Baustelle), was aber gut war, denn das passierte gestern dann schon nicht mehr. Außerdem entdeckte ich durch diesen Umweg viele Ecken der Stadt, zu denen ich sonst wahrscheinlich nicht mehr gekommen wäre. Ich erforschte weitere kleine und größere Parks, sah interessante Graffiti und Pubschilder, und unzählbare sympathische kleine Läden (Vor allem Second Hand und Antik ) und Cafés – außerdem ein zugewachsenes Freiluftbadezimmer.

 


 

Obwohl ich am Tag zuvor festgestellt hatte, das eine scheinbar ungeschriebene Regel London’s „Lächle dein Gegenüber nicht an“ lautet, hielt ich tapfer und stur an meiner guten Erziehung fest und wurde immer mal wieder tatsächlich durch ein erfreutes Antwortlächeln belohnt. Ein paar Mal erhielt ich sogar ein „Good morning“.

Auch das Wetter enttäuschte nicht. Der leichte Nieselregen, der mich seit Verlassen des Hauses begleitet hatte, ging langsam aber sicher in einen stärkeren Dauerregen über – hatte ich schon erwähnt, dass mein Schirm noch in Deutschland ist? Zu Beginn war mir das noch ziemlich egal, aber als mir das Wasser schneller in die Augen lief, als ich es wegwischen konnte, war mir das Glück in Form eines kostenlosen Museums hold – noch so ein angenehmer Aspekt der Stadt: überall kleine und große kostenlose Museum. Dieses war ein altes Herrenhaus mit Garten- und Parkanlagen, das das „Museum of Home“ beinhaltet und die wandelnde englische Wohnzimmereinrichtung und Gartengestaltung von 1600 bis 1980 zeigt. Dort verbrachte ich gut zwei Stunden und freundete mich immer mehr mit London an.   

Jetzt muss ich mich nur noch dran gewöhnen bei der Straßenüberquerung auf der richtigen Seite nach Autos Ausschau zu halten…

4.8.16 17:24
 
Letzte Einträge: Yorkshire Ahoi!, Archäologie im Felde - Tag 1, Sieben mal Sieben ist feiner Sand, Zurück in die Großstadt, Ein Lebenszeichen, Stauts: Beschäftigt


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(5.8.16 16:15)
Deine Blogeinträge bringen mich immer wieder zum Lachen. Du schreibst einfach super. Irgendwann musst du aus diesen 'Auslandserlebnissen' ein Buch machen. ;-)

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