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Auf zu neuen Ufern!

Seit etwas mehr als 24 Stunden befinde ich mich jetzt in London, meiner neuen Heimat für die nächsten vier Monate, und habe so ziemlich 20 dieser Stunden erst einmal verschlafen.

Dabei muss jedoch erwähnt werden, dass ich nicht etwa den traditionellen Luftweg genommen habe, sondern – wie jeder arme und umweltbewusste Student mit zu viel Zeit – mit dem Bus gefahren bin, was ebenfalls 24 Stunden gedauert hat.
Sonntag, 6 Uhr morgens war Abfahrt von zuhause.
Ziel: Frankfurt Flughafen
Gepäck: Ein Koffer und zwei Rucksäcke
Am Flughafen selbst verbrachte ich dann noch acht Stunden wartend in der Terminalhalle, da mein erster Bus zwar erst um 17 Uhr abfuhr, Mamas Flug nach Finnland aber schon um 10, und ich mit meinem Gepäck lieber mit dem Auto chauffiert werden wollte, als irgendwann später den Zug zu nehmen (Das Auto wäre ja mit oder ohne mich sowieso gefahren).

Die Wartezeit war sehr produktiv, erlebnisreich und unterhaltend. Ich erlebte manch skurrile zwischenmenschliche Szene und kam nicht umhin, mir darauf basierende philosophische und weltbewegende Fragen zu stellen, die aus verschiedenen Gründen hier nicht veröffentlicht werden können. Meine letzten 1 ½ Stunden verbrachte ich mit einer Hirnforscherin, die einen Monat Transsibirische Eisenbahn hinter sich hatte, ebenfalls auf ihren Zug wartete und verzweifelt meine Hilfe brauchte um das Flughafen WLAN auf ihrem Smartphone zu aktivieren. Zum Dank erzählte sie mir von ihrer Zeit in London, versorgte mich mit mongolischen Keksen und Tee, und nahm mir das Versprechen ab, mir in England unbedingt crumpets zum Frühstück zu holen.

Mein erster Fahrtabschnitt verlief bis auf meinen sehr cholerischen Busfahrer ereignislos. Vor der Fahrt wurde ich allerdings mal wieder Zeuge davon, dass Deutschland, entgegen weitverbreiteter internationaler Meinung, nicht unbedingt eine Medaille in Organisation und gut funktionierender Abläufe verdient. Aus einem mir unersichtlichen Grund mussten sehr viele Menschen von der Flughafen Bushaltestelle  zum Stuttgarter Flughafen. Es kamen sechs Busse mit eben diesem Ziel, und alle Menschen quetschten sich in den ersten Bus, der natürlich nicht genügend Sitzplätze bot. Eine hektische Flughafenangestellte, sowie sechs genervte und reizbare Busfahrer versuchten die überzähligen Menschen davon zu überzeugen, den Bus wieder zu verlassen und sich stattdessen auf die übrigen Busse zu verteilen. Dies erwies sich jedoch als gar nicht so einfach, da wiederum die Hälfte dieser Menschen stur darauf beharrten mit diesem „ersten“ Bus zu fahren und ja eigentlich schon einen Platz zu besitzen, auf dem nur unberechtigterweise bereits jemand anders saß…Nach einer halben Stunde waren die Fahrgäste auf die Busse verteilt, ebenso wie ihre Koffer, allerdings nicht unbedingt auf genau den Bus, in dem ihre jeweiligen Besitzer saßen, da die meisten ihr Gepäck in den ersten Bus gestellt hatten, in dem zwar genug Platz für alle Koffer, aber eben nicht alle Reisende gewesen war.
Dementsprechend beschlossen die Busfahrer nun in einer Kolonne zum Flughafen zu fahren, damit Koffer und Besitzer nahe beieinander bleiben. Was genau ihre Definition von „Kolonne“ ist, hat sich mir aber nicht so ganz offenbart, da sie im Endeffekt mit erheblichem zeitlichem und räumlichem Abstand voneinander losfuhren. Das Chaos in Stuttgart will ich mir gar nicht ausmalen.


Ich befand mich dann aber auch bald in Düsseldorf, wo sich meine 1 ½ stündige Wartezeit auf 3 Stunden verlängerte, mein ursprünglicher Flixbus durch einen anderen Anbieter ersetzt wurde, der wiederrum einen nicht sehr vertrauenerweckenden Busfahrer mit sich brachte.  Außerdem weiß ich nicht, wieso ich mich an die Gepäckgewicht und –größenvorschrift gehalten habe, wenn ich es doch selbst verstauen muss. Da hätte ich auch noch einen Regenschirm mitnehmen können. Wobei… eigentlich ist der in England überflüssig.Wir verließen Düsseldorf gegen 23 Uhr mit 2 ¼ Stunden Verspätung. Unser Busfahrer bewies sich innerhalb der ersten halben Stunde damit, dass er sich zweimal verfuhr. Das zweite Mal fuhr er in eine einspurige Einbahnstraße, die in einem Tunnel endete, der 50cm zu niedrig für uns war. Ich werde hier keine halbe Seite verschwenden in dem ich von dem darauf folgenden Wende“manöver“ berichte. Die restliche Fahrt bis zur Küste verlief in einem etwas ruhigeren Fahrstil und ich konnte etwas schlafen – allerdings nicht so erholsam wie mein Sitznachbar, der sich meine Schulter als Kissen geangelt hatte. Bei Calais holten uns die Flüchtlingssituation und Brexit ein. Viele Flüchtlinge wollen durch den Eurotunnel nach Großbritannien. Am Abend zuvor war es offenbar zu einem heftigen Zusammenstoß mit der Polizei gekommen, als Menschen versucht hatten den Eurotunnel zu stürmen (meine Informationen stammen auch nur aus zweiter Hand und von hier: http://www.handelsblatt.com/politik/international/fluechtlinge-in-calais-chemiekeule-gegen-migranten/12135758-2.html). Als wir ankamen, hatten Letztere Straßensperren errichtet, indem sie Bäume gefällt und auf die Straße geworfen haben. Wir fuhren fast in solch einen Baum hinein und wurden alle durch ein sehr heftiges Bremsen und Ausweichen geweckt. Gesehen habe ich nichts. Ob es wahr ist, weiß ich auch nicht. Aber damit hat sich zumindest unser Busfahrer erklärt.
Nach einer verschärften Passkontrolle durch die Briten um 4 Uhr morgens (das die irgendjemanden von uns auf unseren Passfotos erkannt haben, wundert mich noch immer) ging es dann endlich durch den Tunnel.
Wir fuhren in eine schmale Röhre, die sich als Zug entpuppte, der uns durch den Tunnel brachte, während wir weiterhin im Bus sitzen blieben. Wer den Zug wählt um eventuelle Seekrankheit auf der Fähre zu umgehen, sollte sich das nochmal überlegen. Das Schaukeln ist dasselbe, und wird erweitert durch ein berechtigtes Gefühl von Platzangst, das verstärkt wird durch eine Reihe von Sicherheits- und Notfallinformationen. Als würden wir es im Fall des Falles tatsächlich lebend aus dem Bus, dem Zug UND dem Tunnel schaffen. Einziges Gegenmittel: Augen zu und in den Schlaf schaukeln lassen.


London erreichten wir um 6 Uhr Ortszeit gestern Morgen, und somit 1 ½ Stunden früher als geplant. Wie das möglich ist? Keine Ahnung!Meine letzte Reisetappe mit der Underground bewältigte ich ebenfalls (dank einheimischer Fahrkartenhilfe), verbrachte dann aber noch eine Stunde auf einer Parkbank, da ich meine Ankunft für 8 Uhr angekündigt hatte und meine neuen Mitbewohner freundlich gesinnt kennen lernen wollte.


Das Haus erinnert mich an Amsterdam. Extrem schmal und dafür extrem hoch. Die Treppe gerade so breit, das man sie auch nach dem Genuss einiger Mahlzeiten noch einigermaßen bequem benutzen kann. Die Stufen allerdings bereits so ab- und durchgetreten, dass nur Kinderfüße ohne Gefahr in einem erhöhten Tempo nach oben oder unten laufen können.
Küche und Wohnzimmer sind ganz unten, darauf folgen weitere 4 Stockwerke auf die jeweils genau ein Schlafzimmer (zweimal auch mit Bad) passen. Mein Zimmer ist ganz oben, die Küche könnte genauso gut auf der gegenüberliegenden Straße sein. Dafür hab ich mein eigenes kleines Badezimmer. Luxus in London. Dafür kann ich aus der Dusche heraus meine Nachbarn von gegenüber beobachten – die mich allerdings auch.


Auch wenn ich mich nicht so fühlte, ich hatte noch den ganzen Tag vor mir. Meine erste Amtsaktion nach Duschen und Kofferauspacken war ein Trip zum Supermarkt. Nach Dänemark trieben mir die Preise Tränen der Erleichterung in die Augen. Meine weiteren Entdeckungen kommen im nächsten Bericht! Danach sank mein Energie-O-Meter rapide ab und bereits um 14 Uhr befand ich mich im Bett. Das ich mich der Erschöpfung hingegeben habe, hat aber auch sein Gutes, denn heute bin ich seit halb 7 wach und bereits zu neuen Entdeckungen. Meine erste Entdeckung: Einer meiner männlichen Mitbewohner hört morgens gerne graduell lauter werdenden Technorap, der andere ist morgendlicher Dauernieser. Meine weiblichen Mitbewohner werde ich erst nächsten Monat kennenlernen.


Und hierbei belasse ich es für heute morgen. Der Tag ist schon nicht mehr so jung wie als ich mit Schreiben begonnen habe. Ich habe heute vor zur Themse zu laufen und zu gucken, wie lange ich zu Fuß zur Arbeit brauche.

 

 

P.S. Ich bin zu 90% davon überzeugt, dass auf meinem Stockwerk ein Poltergeist haust. Offenbar wechselt er in unregelmäßigen Abständen seinen Aufenthaltsort vom Abflussrohr in den Türrahmen, nur um mich in beiden Fällen wiederholt halb zu Tode zu erschrecken.


P.P.S. Falls irgendjemand von euch ebenfalls mal mit knappem Budget nach London kommt: www.brokeinlondon.com! Gold wert!
2.8.16 10:34
 
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