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Stauts: Beschäftigt

Hallo ihr Lieben,

 

es fühlt sich an wie eine Ewigkeit und sind doch nur 1 ½ Monate seit meinem letzten Eintrag. Wenn man die Grenze zum Vierteljahrhundert einmal überschritten hat, verliert Zeit einfach jegliche Bedeutung.

Ich schreibe euch heute aus der Mitte Britanniens und dem Norden Englands. Mittlerweile befinde ich mich auf halber Strecke zwischen York und Newcastle am mächtigen Fluss Tees (Notiz für Stadt/Land/Fluss) in einem kleinen historischen Städtchen, das sogar eine eigene Burg aufweisen kann und aussieht wie das Set für einen Barnaby Krimi. Hier werde ich jetzt die nächsten fünf Monate mietfrei bei meinen Chefs wohnen und dafür noch ein bisschen weiter schuften. Bis Januar noch Vollzeit, dann muss ich mich meiner Masterarbeit widmen und werde auf Halbzeit runter schalten.

Gestern bin ich nun also dem wilden, lauten, stinkigen, kulturellen, warmen, wunderschönen, historischen, aufregenden, abwechslungsreichen London entflohen und mit dem Zug gen Norden gefahren. Vom Bahnhof ging es dann noch 45 Minuten auf dem Schleudersitz des familieneigenen Landrovers nach Hause. Hier oben friert es nachts bereits, die Stadt ist auf einem Hügel gebaut und besitzt alles, was man braucht ungefähr ein bis zweimal (sogar einen Computerladen, aber dazu später mehr) – nach dem Überangebot von London regelrecht wenig… ich weiß nicht ob ich damit klarkomme. Wir wohnen ziemlich weit oben auf besagtem Hügel und in zwei Richtungen hat man von dort aus freie Sicht auf weitläufige Natur. Heute morgen wurde ich sogar von Vögeln geweckt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob ich mit dem ruhigen Landleben noch klarkomme. Aber ich habe gute Hoffnungen, denn die Umgebung ist atemberaubend (habe ich schon erwähnt, dass eine Burg in der Nähe ist?) Wenn es nicht bereits eine halbe Stunde nach Arbeitsschluss stockdunkel wäre…

Meine letzten Wochen in London habe ich in vollen Zügen ausgenutzt. Ich hatte Deutschland Besuche, war in Musicals, habe neue Leute kennengelernt (die jetzt leider fast 4 Stunden von mir entfernt leben), war in Museen, habe meine Stadterfoschungsgewaltmärsche weiter fortgesetzt, etc. Letztes Wochenende war ich sogar noch schnell für einen Tag in Cambridge.

Jetzt wohne ich in einem 400 Jahre alten Haus – dem zweitältesten noch existierenden Haus der Stadt – mit unzähligen unnötigen Stufen, niedrigen Türrahmen, angebauten Zimmern, strategisch ungünstigem Holzboden in Badezimmern und Küche, drei Kaminen und Butzenfenstern durch die der Wind pfeift. Achja, und Lichtschalter, die von der Decke hängen und an denen man ziehen muss. Es ist ein absolutes Traumhaus und all meine gestrigen Versuche einen Grundriss zu zeichnen sind im Sand verlaufen. Ich könnte schwören, dass sich da noch das eine oder andere geheime Zimmer hinter einer Wand verbirgt.

Ohne Witze! Ich schwöre, während ich das gerade geschrieben habe, habe ich den Kopf nach links gedreht und eine Tür entdeckt, die mir bisher noch nicht aufgefallen ist.

Lange kann ich mein Märchenleben jedoch noch nicht auskosten, denn morgen geht es wieder in den Süden nach Oldbury-on-Severn für eine spätherbstliche Wochenendausgrabung eines römischen Hügelforts, sowie einer mittelalterlichen Stadt. Es bleibt spannend, das Abenteuer lässt nicht nach.

Das Büro ist hier oben ist übrigens praktischerweise nur fünf Minuten von zuhause entfernt. Zu Fuß. Momentan sind es noch zwei Stockwerke voller Chaos, aber das wird sich dank deutscher Gründlichkeit in den nächsten paar Wochen ändern. Mit etwas Glück „darf“ ich sogar streichen. Besonders erwähnenswert sind die Badewanne in der Toilette, und mein neuer Kollege gegen Einsamkeit – eine lebensechte Indiana Jones Figur.

 

Nun zum Abschluss noch mein neustes Missgeschick. Dienstag Morgen habe ich zum ersten Mal seit langem meine grüne Flasche gegen ein Glas eingetauscht und dieses prompt umgestoßen. Wasser lief über die Laptoptastatur und das Gerät verabschiedete sich mit hustendem Gedröhne und flimmerndem Bildschirm. Die nächste Stunde verbrachte ich damit den Laptop trocken zu legen, zwei Kilo Reis zu kaufen und ersteren in letzterem zu versenken. Nach 48 Stunden Trockenzeit kam die Stunde der Wahrheit und entgegen all meiner Befürchtungen ließ er sich einschalten. Soweit ist auch alles in Ordnung, bis auf die Tatsache, dass sich nacheinander immer  mehr Tasten verabschiedeten. Nachdem ich nach einer längeren Pause nicht mal mehr mein Passwort wieder eingeben konnte, ging ich inklusive Laptop ein paar Häuser weiter zum Computerladen und bat um eine Tastatur für 5 Minuten, damit ich wenigstens mein Passwort eingeben und ändern könne. 15 Minuten später war ich wieder zuhause mit einer alten neuen Tastatur, die er mir für 5 Pfund quasi geschenkt hat weil ich so verzweifelt ausgesehen hatte. Sie sind doch nett, diese Briten!

 
3.11.16 19:15
 
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