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Ein Lebenszeichen

Hallo
Ich nutze ein paar Minuten Ruhe vor dem unausweichlichen Sturm um ein kurzes Lebenszeichen zu senden. Die letzten Wochen waren absolut (positiv) überfordernd – voller neuer Erlebnisse und Bekanntschaften. Das erste Wochenende war 350 Jahre großes Feuer von London und die ganze Stadt war im Aufruhr und überall gab es irgendwelche Aktionen und Veranstaltungen. Ich war völlig überfordert. Vor der Tate Modern war ein riesiger Feuergarten aufgebaut und Samstag waren Dominosteine durch die Straßen hindurch aufgebaut. Sie sollten den Weg des Feuers von damals nachstellen und wurden irgendwann dann auch umgestoßen. Um ehrlich zu sein, die Leute um mich herum waren ein bisschen zu enthusiastisch und begeistert über ein paar umfallende Steine, aber jedem das Seine. Sonntagabend wurde dann schließlich inmitten der Themse ein 120m langes hölzernes Model der Londoner Skyline von 1666 verbrannt und ich hatte einen guten Platz auf einer der Brücken ergattert. Das war schon etwas beeindruckender als die Dominosteine. Wir waren ein gutes Stück weg, aber wir spürten die Hitze und der Nachthimmel war erhellt von riesigen Funken, die in unsere Richtung flogen. Mehr als einer der Umstehenden unkte, dass unweigerlich gleich das nächste große Feuer von London beginnen würde… Dieses Wochenende machte ich mich auf nach Greenwich und erkundete somit zum ersten Mal die südliche Seite der Themse, wobei ich auch den Fußgängertunnel unter dem Fluss ausprobierte, der mir alles andere als geheuer war. Als ich mir die Painted Pall im Old Royal Naval College ansehen wollte (UNESCO Weltkulturerbe…jajaja!) stand ich plötzlich vor einer Absperrung, da dort gerade der Film „Victoria & Abdul“ gedreht wird. Als wir eine der Angestellten des Gebäudes nach dessen Alter fragten, war sie so enthusiastisch, dass sie uns mit hinter die Absperrung, mitten ins Set hinein nahm und uns eine persönliche Führung inklusive Erklärungen und Interpretationen zu den Malereien gab. Was ein Glück… Und all die Leute, die nach uns kamen und nicht weiter als die Absperrung kamen fotografierten wild in unsere Richtung :D

Seit Sonntagnachmittag sind wir jetzt in Suffolk und graben dort direkt am Meer bei Leiston nach den Überresten einer ursprünglichen Abteil die im Spätmittelalter von den Mönchen Stein für Stein fünf Meilen weiter ins Landesinnere versetzt wurde, da der ursprüngliche Standort immer mehr von Wasser eingenommen wurde. Mittlerweile ist das alles halb trocken und halb Sumpfland. Wir befinden uns mitten in einem Naturreservat und was bei der letzten Ausgrabung die Caver waren, sind hier die Vogelnarren. Wie gesagt: riesiges Naturreservat in dem man Unmengen an allen möglichen Tieren (unter anderem Otter) – vor allem aber Vögel – beobachten kann. Man begegnet hier niemandem, der kein Fernglas um den Hals hängen hat und alle Gespräche enden irgendwann damit, welche Vögel wann wo gesehen wurden. Ich bin hier für die Funde verantwortlich und dafür, dass alles richtig organisiert, katalogisiert und beschriftet wird (deutsche Gründlichkeit!) und während ich hier sitze und schreibe ist ein Fasan keine 3 Meter von mir entfernt herumstolziert. Ich glaube mein ornithologisches Wissen wird in den nächsten zwei Wochen ebenso aufpoliert wie meine konservatorischen Fähigkeiten. Neben mir liegt ein Buch: „Erste Hilfe für Funde“ und wenn die ersten Funde reinkommen muss ich diese nicht nur waschen, wiegen und verpacken, sondern auch erkennen welches Material es ist, welche Materialschäden vorliegen und wie diese fürs Erste gestoppt werden können. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass man Muscheln und Glas nicht in der Sonne trocknen lassen sollte….

P.S.  Ich hoffe dieses Lebenszeichen ist nicht mein Letztes. Ich habe das wichtigste nämlich vergessen: Wir arbeiten im Schatten eines Atomkraftwerks. Und dieses Atomkraftwerk ist wirklich beängstigend. Es ist riesig und wir wissen genau, dass wir da niemals lebend wegkommen, sollte was passieren. Heute morgen, wir hatten gerade mit Graben begonnen, hören wir grauenerregenden Lärm von dort drüben (später erfuhren wir, dass das wohl Probealarm gewesen war). Ich habe noch nie solche Töne gehört und obwohl es 4km entfernt ist, hörten wir sogar Lautsprecherdurchsagen…. Das ist alles, was ich dazu sagen werde….

14.9.16 22:50
 
Letzte Einträge: Yorkshire Ahoi!, Archäologie im Felde - Tag 1, Sieben mal Sieben ist feiner Sand, Zurück in die Großstadt, Stauts: Beschäftigt


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(14.9.16 23:18)
Dann schau mal am Atomkraftwerk, wo das Kühlwasser raus kommt, da kann man toll ind warm baden. Und hinterher strahlt man so richtig. Lieber Gruß
vom PAPA


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