Startseite
    England
    Dänemark
    Finnland
  Über...
  Archiv
  Was ich an Finnland toll finde
  Was ich an Deutschland vermisse
  Johannas Finnlandbeobachtungen
  Finnish for beginers
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   Bookcrossing
   Fotos gibts mehr und mehr hier!

   14.08.16 10:22
    Hey, ich habe mal eure
   14.08.16 11:38
    Ich hab halt so ne Posit
   18.08.16 11:40
    eine Art Brotkuchen
   14.09.16 23:18
    Dann schau mal am Atomkr
   2.09.17 16:08
    Bfhuwe fwbihfwei wbfeihf
   2.09.17 16:20
    Uhwefwi ufhweifhw wnfjwe

http://myblog.de/johannali

Gratis bloggen bei
myblog.de





Zurück in die Großstadt

Zehn supervolle, abenteuerliche und mal schönere, mal anstrengendere Tage sind nur so vorbeigeflogen (inklusive Junggesellenabschied) und mittlerweile befinden wir uns wieder im Zug zurück nach London, nachdem wir erfolglos versucht haben uns in Settle zur Feier des Tages preisgekröntes Yorkshire-Eis zu kaufen, aber alle Geschäfte bereits zu hatten. So wurde es nur Yorkshire-Eis, aber eben kein preisgekröntes – auch gut!  

Nachdem ich alle möglichen Arbeiten von ausgraben und probennehmen, über sieben, wiegen, markieren und ins System eintragen bis zu technischen Zeichnungen von den Gräben und auffüllen, etc. hinter mir habe, habe ich jetzt eine sehr gute Vorstellung von Archäologie. Es ist körperlich harte Arbeit – vor allem wenn morgens zuerst einmal 500 Höhenmeter überwunden werden müssen – und völlig egal bei welchem Wetter, das Pensum muss erreicht werden. Da wir während der Ausgrabung alle an die 12 Stunden pro Tag und 7 Tage die Woche arbeiten, haben wir morgen frei, was auch dringend benötigt wird. Weder Körper noch Hirn hatten die Gelegenheit mal so richtig abzuschalten, jetzt muss ich nur noch überlegen, wie ich den Tag nutze.

Ich werde auf jede Fall irgendwann noch ausführlicher über die Ausgrabung berichten müssen, aber im Moment bin ich der absoluten Erschöpfung nahe und werde mich auf das Nötigste beschränken.

1. Ich bin unglaublich traurig die Yorkshire Dales zu verlassen! Die Landschaft raubte mir jeden Tag aufs Neue den Atem und wenn ich oben auf dem Berg vor der Höhle stand, den Wind im Rücken und die Sonne im Gesicht, fühlte ich mich klein und mächtig zugleich. Ich werde die Freiheit vermissen, die diese Umgebung illusioniert – ebenso wie den riesigen roten Mond und den klaren hellen Sternenhimmel. Selbst die täglichen Trips über Kuhweiden hatten ihren Charme, selbst in den beängstigenden Momenten wenn man plötzlich von einer Horde neugieriger und immer schneller werdenden Kühe verfolgt wurde. Als wir heute unser gesamtes Material in mehreren Runden wieder nach unten transportierten, stand ich plötzlich sehr unerwartet einem voll ausgewachsenen Bullen gegenüber – inklusive Nasenring. Ich stellte mich bereits auf einen Sprint zur Mauer ein, aber die 4 Spitzhacken über meiner Schulter flößten ihm offenbar ebenfalls Respekt ein.

2. Das Wetter war absolut verrückt. Die ersten Tage war strahlender Sonnenschein bei über 25 Grad – so lange wie ich am Sieb im Hof stand – sodass ich nun stolze Besitzerin einer stattlichen aber unsexy Bräune in T-Shirtform bin. Pünktlich zu meinem Einsatz in der Höhle am Freitag schlug das Wetter dann um zu Dauerregen. Ich war im Graben im Freien stationiert und gemeinsam mit einer Kollegin gönnte ich mir eine Packung Mülltüten, aus denen wir uns während der nächsten Tage immer ausgefeiltere und modischere Ausrüstungen bastelten. Obwohl der Regen von Freitag bis Sonntag an Intensität zunahm, blieb unser leicht durchweichter Zustand derselbe, was ich hier jetzt mal als Erfolg verzeichne. Gestern wollten wir eigentlich abbauen und die Gräben zuschaufeln, aber als wir morgens aufwachten regnete es so stark, dass ein Verlassen des Zeltes nur unter größter Überwindung möglich war (der Regen prasselte so laut auf die Plane, dass ich meinen Wecker erst nach einer halben Stunde hörte). Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet und auf dem Weg zur Höhle sahen wir Bäche, die am Tag zuvor noch nicht da gewesen waren, die Hügel herunter stürzen. Kurz vor unserem Ziel war die Straße so überschwemmt, dass wir nur im Schritttempo weiterkonnten, unter ständiger Angst stecken zu bleiben. In unserer Höhle selbst hatte sich ein gewohntes Rinnsal ebenfalls in einen reißenden Bach verwandelt und unser Team wurde geteilt – ich war glücklicherweise in dem Team das zurück zum Büro fuhr und die Funde wusch, wog und dokumentierte, während die Männer in strömendem Regen auf dem Berg zurückblieben. Heute war es hingegen wieder so sonnig, dass wir alle viel zu warm angezogen waren und uns zu Tode schwitzten.

3. Leider hatte das mit dem Caving aus wetterbedingten Gründen nicht geklappt. Tatsächlich hatten sich die Caver mit Sauerstoffflaschen ausgerüstet auf den Weg gemacht, da alles unter Wasser stand. Für mich war das dann aber doch noch ein Schritt zu viel. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben und da Caving im Winter angeblich sowieso besser ist – wenn auch eisig – haben wir jetzt mal eine lockere Verabredung für November.

4. Da Digventures eine ausgeprägte Onlinepräsenz haben, die für crowdfunding und community archaeology notwendig ist, habe ich mich in den letzten Tagen damit abfinden müssen, plötzlich vermehrt auf Instagramm, Facebook, Twitter und der Website zu erscheinen. Zwar nicht immer in den schmeichelndsten Aufnahmen, aber wenigstens ohne irgendwelche Verlinkungen und das erspart mir auch das Hochladen allzu vieler Fotos hier

5. Zu guter Letzt haben sich noch ein paar Dinge ergeben, die ich mir noch durch den Kopf gehen lassen muss, allerdings wohl dazu führen, dass ich London sehr bald schon wieder verlassen werde. Aber ich halte euch auf dem Laufenden sobald genaueres feststeht.

Bis dahin erst einmal: Ciao!

23.8.16 22:20
 
Letzte Einträge: Yorkshire Ahoi!, Archäologie im Felde - Tag 1, Sieben mal Sieben ist feiner Sand, Ein Lebenszeichen, Stauts: Beschäftigt


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung