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Yorkshire Ahoi!

Hallo ihr Lieben. Die Zeit rast wie verrückt, ein Tag geht in den Nächsten über und ich merke gar nicht, wie sie sich hinter mir anhäufen. Ab Montag bin ich schon zwei Wochen in England – einerseits kommt es mir vor als seien es erst drei Tage, andererseits fühlt es sich schon völlig normal an.

Allerdings hat auch diese Normalität bereits bald wieder ein Ende, denn morgen Nachmittag geht es auf in den Norden nach Yorkshire in den Yorkshire Dales Nationalpark und dort zur Ben Scar Höhle. Mehr Infos gibt es hier (Schleichwerbung): http://digventures.com/under-the-uplands/

Wir campen dort für 12 Tage, mein Rucksack ist schon gepackt und ich kann es ehrlich gesagt kaum erwarten endlich auch mal wirklich was zu TUN. Besonders nach meinem zweiten Fachartikel zu Altersbestimmung in Höhlen, kann ich es kaum erwarten meinen flotation tank zum Laufen zu kriegen.

Aber genug der ungeduldigen Vorfreude, bleiben wir erstmal bei London. Leider habe ich momentan keine peinlichen Geschichten auf Lager. Zwar habe ich seit letzten Freitag noch einiges erlebt, blamiert habe ich mich aber nicht mehr.

Allerdings habe ich mich eventuell des unbefugten Betretens schuldig gemacht – wenn auch unbewusst. Samstag ging ich zum Friedhof in Highgate, weil ich die Katakomben auskundschaften wollte. Leider erfuhr ich zu spät, dass man um den Friedhof zu betreten Eintritt zahlen muss, und das war mir dann doch zu blöd. Stattdessen beschloss ich vom Friedhof aus nach Westen zu Hampstead Heath zu gehen, dem wohl größten Park Londons, mit über 3km² Fläche. Ich lief in die grobe Richtung los und stand plötzlich vor einer Straße mit einem großen Zaun. An der Seite war allerdings ein kleines Tor offen, also ging ich dort hindurch, zumal die Straße auf der anderen Seite völlig normal weiterging. Nach ein paar Metern bemerkte ich allerdings, dass die Häuser immer luxuriöser und teurer wurden, die Straße breiter, die Menschen besser angezogen. Ich hatte nicht mehr das Gefühl in London zu sein, eher in Hollywood. Nach etwa 20 Minuten, weiteren Straßen und weiteren Häusern stand ich plötzlich wieder vor einem solchen Tor wie das, durch das ich diese seltsame Gegend betreten hatte. Nur war dieses Tor zu. Während ich noch sämtliche Optionen durchging – von übern Zaun klettern bis zu zurückgehen und hoffen dass das andere Tor noch offen ist – kam glücklicherweise ein Mann von der anderen Seite und ich witschte an ihm vorbei durchs geöffnete Tor. Ich habe wirklich keine Ahnung, wo ich dort gelandet war, aber blamiert habe ich mich soweit nicht.

Hampstead Heath ist atemberaubend. Nach ein paar Metern vergisst man völlig, dass man sich eigentlich in einer Großstadt befindet. Der Park besteht aus Wiesen, Hügeln (von denen man einen super Blick auf London hat), und sogar kleinen Wäldern, in denen man sich verlaufen kann, wenn man nicht aufpasst – ich spreche aus Erfahrung. Schafft man es über Hügel, durch Wälder und über Seen, so erreicht man im Norden des Parks Kenwood House: Ein ehemaliges Herrenhaus, das heute eine beeindruckende Gemäldesammlung ausstellt, und der Eintritt ist natürlich frei.

An dem Tag machte ich außerdem eine weitere Feststellung zu London: Was man sucht findet man erst, wenn man aufhört danach zu suchen. In meinem Fall war es irgendetwas, dass einem Baumarkt ähnelt, denn für die Ausgrabung brauchte ich noch Arbeitsschuhe – am besten mit Stahlkappen. Ich fragte meine Mitbewohner, meine Kollegen und Google. Niemand konnte mir sagen, wo ich etwas Derartiges in der Nähe finde. Auf meinem Weg zum Friedhof allerdings schaute ich irgendwann nach links und stand vor einem hardware store. Keine 10 Minuten später hatte ich die benötigten Schuhe. Ebenso war es mir ein paar Tage zuvor mir einem Simkartengeschäft ergangen.

Eine andere Sache ist der Verkehr. Ich habe ja von Grund auf ein Problem mit rechts und links, trotzdem war ich in Deutschland gewohnheitsbedingt in der Lage bei der Straßenüberquerung auf der jeweils richtigen Seite nach kommenden Autos Ausschau zu halten. In England bin ich leider aufgeschmissen. Es bringt mir überhaupt nichts zu wissen, dass es theoretisch „rechts-links-rechts“ ist, da ich ja nie wirklich weiß, auf welche Seite sich das jetzt bezieht. Für eine Weile funktionierte es ganz gut damit, dass ich immer auf die Seite guckte, zu der ich instinktiv NICHT geschaut hätte. Mittlerweile ist mein Instinkt jedoch so erschüttert, dass diese Methode auch nicht mehr wirkt – und der Verkehr ist an manchen Stellen nicht ohne. Das bringt mich zu einem weiteren Punkt: Ampeln! Ich weiß nicht, wie die Briten das machen. Vielleicht ist es ihre angeborene Geduld, die sie auch das Schlangestehen so klaglos über sich ergehen lässt, aber die Ampeln hier machen mich noch wahnsinnig. An jeder Ampel muss man drücken. Nach diesem Drücken dauert es eine halbe Ewigkeit bis die Ampel grün wird. Manchmal haben Auto und Fußgänger für eine sehr lange Zeit (bis zu einer Minute) gleichzeitig rot – aber man läuft ja natürlich trotzdem nicht bei Rot über die Ampel, wenn direkt daneben ein Auto in den Startlöchern steht und man nicht weiß, wer zuerst Grün kriegt. Zu allem Überfluss sind die meisten Straßen in zwei geteilt, mit einer kleinen Insel in der Mitte. Jede Straßenseite hat ihre eigene Fußgängerampel und man kann nicht einfach so über die Insel. Nein! Die Insel ist meistens eingezäunt: Man betritt sie auf der linken Seite, geht ein Stück nach rechts und kann dort dann über die zweite Straßenseite drüber. Wenn nicht die Ampeln wären. Von denen ist nämlich grundsätzlich immer eine Rot. Nichts da mit schnell mal über die Straße gehen! Vielleicht ist das aber auch eine gerissene Taktik der britischen Regierung: Die Entschleunigung der Bevölkerung mit dem Resultat der weitverbreiteten Entspannung…

Apropo Schlange stehen: Mein jüngster Besuch im Lidl hat mich doch etwas erstaunt und mit Respekt erfüllt. Die Schlange ging von der Kasse an drei Wänden des Ladens entlang bis zum Eingang. Bestimmt 50 Menschen, wenn nicht sogar noch mehr. Alle waren völlig geduldig und ergaben sich ihrem Schicksal. Auch ich lernte schnell: Man holt sich aus der Mitte was man braucht, stellt sich hinten an und packt den Rest von den Seiten ein, während die Schlange langsam aber sicher vorrückt – nur blöd, wenn man etwas aus der Mitte vergessen hat. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass das in Deutschland möglich wäre. Da wird doch schon bei einer Schlange von fünf Menschen nach einer neuen Kasse verlangt. Hier waren trotzdem nur 4 von 9 Kassen geöffnet.

So gut das aber auch alles funktioniert, einen Nachteil hat es: In Deutschland und Dänemark nahm ich nie nen Wagen oder Korb (Wägen gibt’s hier auch gar nicht – Großeinkauf ist hier wohl nicht üblich), sondern machte immer gleich alles in meine Tasche, damit ich nicht in Versuchung kam mehr mitzunehmen als ich tragen konnte. Hier gibt es aber ja kein Kassenband und somit ist keine Zeit die Tasche auszuräumen. Stattdessen werde ich an die Kasse gerufen und komme dann ganz schön ins Schwitzen, da ich meine Tasche ausräumen muss, während bereits kassiert wird, womit ich nicht mehr schnell genug auf der anderen Seite zum einpacken bin. Bisher haben mir die Kassierer immer netterweise unter die Arme gegriffen. Alle Käufer nehmen sich am Eingang einen Korb. Super klug. Nur ich hab das bisher noch nicht auf die Reihe gekriegt… mir fällt das immer erst ein, wenn ich schon längst in der Schlange stehe.

 

Das wars jetzt auch schon fast an Neuigkeiten, nur noch Eines: Die U-Bahn wird mir immer suspekter. Vor ein paar Tagen habe ich zwei sehr gute Dokumentationen über die damaligen Arbeitsbedingungen beim Bau der Tunnel gesehen – inklusive Unfälle, Tragödien und umgelagerter Friedhöfe, Katakomben und Krypten. Außerdem über all die Geister, die angeblich dort unten umgehen. Und als ich am Wochenende abends nach Hause fuhr, fuhr ein herrenloser Koffer mit.

 

13.8.16 23:00
 
Letzte Einträge: Archäologie im Felde - Tag 1, Sieben mal Sieben ist feiner Sand, Zurück in die Großstadt, Ein Lebenszeichen, Stauts: Beschäftigt


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(14.8.16 10:22)
Hey, ich habe mal eure Internetseite besucht und ich vermisse deinen Namen auf der teamliste ;-) wenn jeder Day Digger aufgelistet ist, dann sollten sie dich doch wohl auch erwähnen - oder?


(14.8.16 11:38)
Ich hab halt so ne Position zwischen den Stühlen. Weder bin ich DayDigger noch gehöre ich zum permanenten Team, aber eigentlich sollte bald mein Autorprofil hochgeladen werden. Dann sag ich nochmal Bescheid

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