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Time flies – 10 Monate in 3 Sekunden (gefühlt)

Heute ist Sommersonnenwende – statt dass ich die langen Abende im endlich warmen Dänemark verbringe, befinde ich mich seit heute Abend wieder im mütterlichen Schoße meines Vaterlandes. Während ich auf der einen Seite froh bin meine Familie und Freunde wiederzusehen, ohne Tränen in den Augen Essen kaufen zu können,  obligatorische servicenummern anzurufen ohne eine Ewigkeit von einer Auswahlmöglichkeit zur Nächsten geleitet zu werden, und und und, so widerstrebte es mir doch sehr saubere Luft, Stadt, Land, Leute und sogar Sprache hinter mir zu lassen.

Offiziell umgezogen bin ich schon am letzten Mai-Wochenende, aber die letzten zwei Wochen habe ich dann nochmal hier verbracht. Wir hatten mündliche Prüfungen, eine Gastvorlesung und die Präsentation unserer Projektergebnisse Anfang letzter Woche, und darauf folgte dann noch eine Woche, in der wir alle so viel Zeit miteinander verbracht haben wie möglich. Für mich persönlich waren die letzten beiden Wochen noch einmal ein völlig besonderes Erlebnis, da ich bei Vìctor und Fábio untergekommen bin, einem portugiesisch-spanischen Paar, das ebenfalls an der Uni studiert und das ich gleich zu Beginn meines Aufenthalts in Dänemark kennengelernt habe. Glücklicherweise.

Die Zwei haben dem Begriff „südeuropäische Gastfreundschaft“ eine völlig neue Bedeutung verliehen und mal wieder bewiesen: Diejenigen, die am Wenigsten besitzen, geben am Meisten. Ursprünglich wollte ich nur bis zu den Prüfungen bleiben, doch sie bestanden darauf, dass ich meinen Aufenthalt verlängere und ich hätte sogar noch eine Woche länger bleiben können … Mein anfängliches Zögern wischten sie mit „Wenn wir im Süden was sagen, dann meinen wir das auch so. Wenn du uns zu viel wirst, sagen wir dir das schon. Keine Sorge“ beiseite.

Ich wurde eingeführt in Flamenco und traditionelle spanische und portugiesische Musik. Ich durfte zwar mit zum Einkaufen, aber bezahlen durfte ich nichts. Ich spreche jetzt einen Mix aus Englisch und Spanisch und kenne mehr Fakten aus der aktuellen Popkultur als mir lieb ist. Außerdem musste ich mich ziemlich schnell der südeuropäischen Lebensart anpassen. Francesca aus Italien war die meiste Zeit ebenfalls da und zu dritt vollführten sie eine Gehirnwäsche an mir, die ich glaube ich gar nicht bewusst bemerkt hatte bis es schon zu spät war. Ich weiß nicht, ob ich mich tatsächlich so verändert habe, aber offensichtlich lege ich mittlerweile bestimmte Verhaltensweisen an den Tag, die die Drei immer mal wieder zum Jubeln bringen: „We did our job: The German is transforming!“.
Es ist schon wahr: Ich bin viel relaxter und habe nur die Hälfte der Dinge erledigt, die ich mir vorgenommen hatte; Ich feuere zurück ohne Rücksicht auf Verluste; Und ich brauche jetzt immer zwei warme Mahlzeiten am Tag….

Ohne Witze! Zwei Mal täglich wurde ich bekocht, denn weniger als zwei warme Mahlzeiten im Tag sind nicht vertretbar. Man muss das Leben ja genießen. Nach einem ausgiebigen Frühstück gab es Mittagessen meistens so gegen 4, während wir uns zum Abendessen dann erst gegen 11 Uhr hinsetzten. Nachdem sie mir versichert hatten, dass Kochen sie entspannt und ich ziemlich schnell feststellte, dass meine Kochkünste bei Weitem nicht zu ihrer Befriedigung ausreichen, hielt ich mich zurück, machte Salate, den Abwasch und Notizen in mein internationales Rezepteheft. Ein Mal traute ich mich dann doch an den Herd. Die beiden hatten Prüfung am nächsten Tag und waren bis über beide Ohren in Büchern vergraben. Also machte ich Buchteln zum Abendessen. Sie aßen alles auf, lobten den Geschmack und klärten mich dann sanft darüber auf, dass dies kein Abendessen sondern Frühstück gewesen sei… Ich habe noch so viel zu lernen.

Wir hatten wirklich eine geniale Zeit zusammen, obwohl immer jemand von uns lernen musste.

Das letzte Jahr hat mich wirklich sehr geprägt. Ich bin weltoffener geworden, habe tiefen Einblick in so viele andere Kulturen und Lebensweisen bekommen und habe mein Sprachenrepertoire erweitert, auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich eine neue Sprache beherrsche. Ich wurde inspiriert von faszinierenden, starken und kreativen Persönlichkeiten, durch die ich eine völlig neue Sicht auf die Welt und auch meine eigene Zukunft gewonnen habe.

Mein erstes Jahr im Master ist nun zu Ende und mit ihm auch meine letzte Vorlesung, Sitzung, Seminar. Im August startet mein Praktikum in London, ab Januar schreibe ich Masterarbeit und dann… wer weiß?

 

 

 

21.6.16 23:39
 
Letzte Einträge: Yorkshire Ahoi!, Archäologie im Felde - Tag 1, Sieben mal Sieben ist feiner Sand, Zurück in die Großstadt, Ein Lebenszeichen, Stauts: Beschäftigt


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