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Ein Lebenszeichen aus dem Norden

Das Leben hier oben plätschert so vor sich hin, mit jenen uns allen wohlbekannten Höhen und Tiefen, sowie einiger speziell dänischer Höhen und Tiefen. Ich bin jetzt seit gestern stolze Besitzerin meiner Ungdomskort, mit der ich jetzt sogar bis nach Randers fahren könnte, wenn ich das denn wollte. Allerdings war das auch wieder nicht ganz so einfach. Die Karte kam mit der Post, aber ich musste damit dann zurück zur Poststation und sie dort bezahlen und stempeln lassen. Anders ist sie nämlich nicht gültig und offensichtlich ist die Post der einzige Weg zu zahlen und den lebenswichtigen Stempel zu bekommen. Meine einstige Freude, jetzt endlich mal um 160 Kronen im Monat an Fahrgeld zu sparen, verwandelte sich jedoch schnell in Empörung als ich feststellte, dass die Post für die Annahme meines Geldes und die Ausgabe eines Stempels eine Gebühr von 40 Kronen verlangt. Schweinerei! Aber gut, ein bisschen gespart ist besser als nichts gespart.

Ich habe das mit dem Sparen jetzt übrigens mittlerweile ziemlich perfektioniert. Einmal die Woche gehe ich sämtliche Angebotsheftchen durch und renne dann halt von Laden zu Laden. Ich kaufe grundsätzlich nur noch Lebensmittel, die gerade sowieso im Angebot sind und damit kann man mitunter bis zu 150% sparen. Das läppert sich schon. Außerdem sind da ja noch die Carepakete von Oma und Stefan, die nicht unerwähnt bleiben sollten, sowie die lebensnotwendigen Leckereien, die Jasmin mir mitgebracht hat. Wer weiß, was meine nicht vorhandene Waage anzeigen würde, wenn ich nicht so viele sorgende Menschen hätte? Wobei wir Internationals auch untereinander bereits ein gut funktionierendes Importnetz geschaffen haben, sobald jemand nach Deutschland oder in sonstiges Ausland fährt, bringt er den anderen etwas mit. Zum Beispiel Blockkäse aus Flensburg.

Wenn wir abends weggehen hilft mit meine bereits allbekannte natürliche Abneigung gegen Bier und die Tatsache, dass man in dänischen Cafés Bars, im Gegensatz zu deutschen Bars nicht schief angeguckt wird, wenn man nichts bestellt.

Die Jobsuche geht leider nicht in die erhoffte Richtung voran. Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Absagen ich mittlerweile bekommen habe, entweder weil ich kein Dänisch kann, nicht Archäologie studiere oder es bereits zu viele Bewerber gibt. Ein paar Möglichkeiten habe ich noch, die gehe ich jetzt in den nächsten Tagen ab, aber meine Erwartungen halten sich in Grenzen.

Dafür habe ich endlich ein neues Zimmerangebot bekommen. Im Gegensatz zu Narnja läge es etwas näher an Aarhus, allerdings immer noch eine halbe Stunde mit Zug oder Bus entfernt. Aber es wäre südlich der Stadt und somit viel näher an der Uni, womit ich nicht mehr um 5 aufstehen müsste, wenn ich um 8 Veranstaltung habe. Morgen erfahre ich mehr und da die Miete fast halb so viel ist wie momentan und ich auch die Hälfte der Fahrtkosten sparen könnte, hoffe ich doch mehr und mehr auf eine positive Antwort.

Sonntag hat es zum ersten Mal geschneit, aber so richtig. Und obwohl es offenbar seit zwei Wochen in den Nachrichten angekündigt war, traf mich der Wetterumschwung dank meiner Nachrichtenignoranz völlig unerwartet. Aber wer Lappland überlebt hat, tritt dem dänischen Wintereinbruch mit einem milden Lächeln gegenüber. Kleidungstechnisch kann mir kein Winter mehr was anhaben. Der Morgen bestand allerdings aus einem regelrechten Schneesturm, in dem Geradeauslaufen Glückssache war und der Wind jedem Fußgänger klitzekleine Schneeflocken ins Gesicht schoss, die stachen wie pure Eisstückchen. Gegen Nachmittag ließ das dann aber nach und ein paar von uns verabredeten sich in Marselisborg, im Park des königlichen Sommerpalastes, der öffentlich zugänglich ist. Mir wurde da erst richtig bewusst, dass ein paar meiner Freunde hier oben überhaupt keine Erfahrungen mit Schnee haben. Iro und Ioanna aus Griechenland trauten sich trotz zahlreichem Zusprechen und Ermunterungen nicht aus „ohne Skiausrüstung“ aus ihren Apartments, und da sie diese nicht besaßen, blieben sie drinnen. Fábio und Victor aus Portugal waren völlig aus dem Häuschen und wollten unbedingt nach draußen in den Schnee und Francesca aus Venedig, für die es ihr erster richtiger Schnee war, war restlos begeistert und kugelte wie ein junger Hund im Schnee herum. Ehrlich gesagt war ich die Einzige, die von Kindheit an ein ungemeines Schneewissen angesammelt hat, denn auch Janika, die zwar Deutsche ist, war völlig überfordert damit eine Schneekugel zu rollen, da sie in Tansania aufgewachsen ist. Ich hielt dann also meinen ersten „Wie mache ich einen Schneemann-Kurs“ und gemeinsam bauten wir eine riesige halbwegs anatomische Schneefrau, die jetzt vor dem königlichen Schloss steht. Unvorstellbar in England.

Der Tag klang dann gemütlich bei Niels zuhause im Wohnzimmer aus, mit virtuellen Kaminfeuer, Kuchen, Tee und viel Hygge. Richtig dänisch eben. Unsere Ausgelassenheit rächte sich dann aber am Montag, als wir alle mit furchtbarem Muskelkater im Rücken aufwachten und den Rest des Tages wie 100-Jährige durch die Gegend schlappten und pausenlos jammerten. So eine hüfthohe Schneekugel den Berg hinauf zu rollen ist eben doch kein Kinkerlitzchen.

Am 11.12. ist unsere letzte Veranstaltung in der Uni und theoretisch haben wir dann „Weihnachtsferien“, praktisch aber tatsächlich nicht und der Arbeitsaufwand bäumt sich jetzt nochmal richtig auf für die letzten beiden Wochen. Da er aber auch viel Praxis beinhaltet, ist es wirklich interessant. Wir machen Interviews mit Museumsdirektoren und Abteilungsleitern, schneiden Filme, halten Vorträge, machen Präsentationen und so weiter. Freitag bekommen wir die Fragestellung für unser letztes kleines Assignment (Am Tag danach ist passenderweise unsere Weihnachtsfeier) und am 11. bekommen wir dann unsere Aufgabenstellung für das große Assignment und müssen bis zum 22.12. 15 wissenschaftliche Seiten verfassen.  Auf Englisch natürlich. Aber das machen wir natürlich alle mit links….  Danach ist es dann aber auch noch nicht vorbei, denn am 11. Januar haben wir dann mündliche Prüfungen, was die Zeit zwischen den Jahren und kurz nach Silvester gar nicht mehr so lang und erholsam erscheinen lässt.

Aber ich beschwere mich wirklich nicht (sehr). Dieses Studium war wirklich die richtige Entscheidung und ich merke regelrecht, wie ich jede Woche ein bisschen klüger werde und tatsächlich beginne „Heritage“ sowohl zu verstehen als auch zu hinterfragen.  

Aber bevor ich jetzt zu sehr abdrifte, noch ein paar interessante Fakten über das dänische Alltagsleben, die mir seit meiner Ankunft aufgefallen sind und die ich euch nicht vorenthalten möchte.

1.  Dänen sind unheimlich verrückt nach Kage (Kuchen) und wenn sie die Möglichkeit haben, essen sie den ununterbrochen

2.   Die meisten öffentlichen Toiletten sind nicht geschlechtergetrennt. Es gibt eine Tür, einen Raum und eine Schüssel. Pissoirs habe ich hier tatsächlich noch nicht gesehen.

3.   In den Stadtbussen ist es völlig normal, dass man hinten einsteigt und sein Ticket nicht zeigt (auch nicht wenn man beim Fahrer einsteigt). Die Dänen vertrauen völlig auf die Ehrlichkeit ihrer ÖPNV-Nutzer, wenn dann aber mal ein Kontrolleur einsteigt, ist nix mit raushüpfen und wegrennen, die rennen hinterher und die sind fit.

4.   Ebenso wie der finnische Joghurt befindet sich auf der dänische Joghurt in Milchkartons, was trotz aufgedruckter Gebrauchsanweisung regelmäßig in einer Sauerei endet, je näher man sich dem Boden nähert.

5.      Die Dänen sind bereits so sehr online, dass sie virtuelle Briefmarken haben. Es gibt zwar auch noch die Altbekannten, aber moderne Menschen können sich eine App herunterladen, online für ihre Briefmarke zahlen und dann einen Code auf ihren Brief schreiben. Dänische Kinder werden nicht mehr in den Genuss des Geschmacks einer echten Briefmarke kommen.

6.      Rund um den Bahnhof von Aarhus riecht es zu den meisten Tageszeiten extrem nach geschmolzenem Käse

7.      In allen öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug & Bus) gibt es kostenloses Wlan und es gibt auch keine Extrapreise für IC oder ICE. Egal wie schnell, alles demokratisch gleich teuer.

8.      In der Bibliothek in Aarhus hängt ein riesiger Gong, der mit dem Krankenhaus verbunden ist. Jedesmal wenn ein Baby geboren wird, drücken die Hebammen dort einen Knopf und der Gong wird ausgelöst.

9.      Auch in Dänemark beginnt Weihnachten schon im November.

 

25.11.15 21:51
 
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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


PAPA (29.11.15 21:21)
Super, liebe Tochter..........!

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